Chronik

A

m Anfang dieser Chronik muss unbedingt erwähnt werden, dass für die ersten sechzig Vereinsjahre keine Unterlagen zur Gründung des Vereins oder andere aussagekräftige schriftliche Dokumente vorliegen, welche die Geschehnisse genauer belegen könnten. Die Ausführungen beruhen zumeist auf Überlieferungen, Aussagen von Zeitzeugen und Schriftstücken aus Chroniken und Dokumenten anderer Vereine. Die hier vorliegende Chronik kann somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wirkliche Genauigkeit erheben, wurde aber nach bestem Wissen erstellt und gibt einen Überblick über die wesentlichen Ereignisse der Vereinsgeschichte, die zum Einzelnen in dieser Festschrift noch näher geschildert werden. Als gesichert gilt, dass unser Verein am 10. März 1907 gemeinsam mit den Burschen aus Aich, auf Anregung des Hochwürdigen Kooperators Möderl, gegründet wurde. In den Anfangsjahren trat man mit dem Titel Katholischer Burschenverein Aich in Erscheinung. Im Schriftführerbuch des Krieger-, Veteranen- und Soldatenverein Landsberied e.V. ist dies eindeutig belegt, als man zu dessen Fahnenweihe am 16. Juni 1907 den 36.Platz am Festumzug einnehmen konnte. Es ist anzunehmen, dass durch die Gründung des Vereins durch Burschen aus zwei Ortschaften die etwaigen vorhandenen Unterlagen durch ständiges Austauschen und Weiterreichen sowie durch die Wirren zweier Weltkriege leider für immer verloren gingen. Von Zeitzeugen ist bekannt, dass es zu dieser Zeit schon die jungen Burschen waren, die den Brauch der Alten aufrecht erhielten, indem sie gemeinsam den Maibaum aufstellten, mit einem anschließenden Maitanz, das Osterfeuer organisierten oder Tanzabende mit Musik veranstalteten. Natürlich darf man auch die närrische Zeit nicht vergessen in der genauso wie heute Faschingsumzüge oder Faschingsbälle stattgefunden haben.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland wurden die Aktivitäten von Vereinen, welche nicht Regimekonform waren, zunehmend von staatlicher Seite eingeschränkt. Dies endete in einem Verbot der Burschenvereine ab 1938. So wurde erst im Jahr 1946 wieder ein Maibaum in Landsberied aufgestellt. In den darauf folgenden Jahren rehabilitierten sich die durch den Krieg geschwächten Burschen immer mehr und so kam es allmählich zu regelmäßigen Veranstaltungen, die zum eine die Brauchtumspflege, zum anderen aber auch die Geselligkeit förderten. …so wurde am 13.10.1968 ein erstes Rechnungsbuch begonnen, dem später auch Schriftführereintragungen folgten.Erst über ein halbes Jahrhundert später können wir ab dem Jahr 1961 erstmals wieder einzelne Aufzeichnungen von den verschiedensten Veranstaltungen unserer Burschenschaft zurückgreifen. Meistens handelt es sich dabei um Rechnungen für die Ausgaben der jeweiligen Festivitäten. In den folgenden Jahren nahmen die Aufzeichnungen kontinuierlich zu und so wurde am 13.10.1968 ein erstes Rechnungsbuch begonnen, dem später auch Schriftführereintragungen folgten. Mit das am meisten Aufregen verursachende Ereignis fand mit Sicherheit im Jahr 1979 statt, als der Landsberieder Maibaum von den Burschen aus Germering gestohlen wurde. Die Auswirkungen sind bis heute noch zu sehen, da seid diesem Jahr der Maibaum von seinem Platz vor der damaligen Gastwirtschaft „Strauss“ zum heutigen Platz verlegt wurde.

Als gewissermaßen zweite Geburtsstunde unseres Vereins kann der erste Freitag im August des Jahres 1984 bezeichnet werden. An diesem Tag wurde unter der Leitung von erstem Vorstand Hermann Müller und zweitem Vorstand Horst Schmalz das erste Landsberieder Dorffest ins Leben gerufen. Bis heute findet alljährlich, wenn das Wetter mitspielt, am ersten Freitag im August das Dorffest am Dorfweiher, der Oberlacha statt. Mittlerweile ist es bis weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und dient unserem Verein als Haupteinnahmequelle für andere Vereinsaktivitäten. Der nächste Meilenstein in der Geschichte unserer Burschenschaft war im November 1990, als unsere Satzung vom Notar beglaubigt wurde und wir im Juli 1991 endlich benachrichtigt wurden, dass wir ab nun als Burschenschaft Landsberied e.V. offiziell im Vereinsregister im Amtsgericht Fürstenfeldbruck eingetragen sind. Als gewissermaßen zweite Geburtsstunde unseres Vereins kann der erste Freitag im August des Jahres 1984 bezeichnet werden.Zu unseren traditionellen Veranstaltungen, wie dem Fasching, dem Osterfeuer, alle drei Jahre das Maibaumaufstellen sowie das Dorffest, haben sich zu Beginn der neunziger Jahre weitere alljährlich stattfindende Aktivitäten im Vereinsleben etabliert und sind bis heute fast nicht mehr wegzudenken. Dazu zählen ab 1991 das Wattrennen gegen unsere Freunde vom katholischen Burschenverein aus Aich, ab 1992 das Kerzenstiften, für schönes Wetter am Dorffest, in Andechs sowie zahlreiche Skiausflüge im Winter und Sommerausflüge nach einem gelungenen Dorffest. Hieraus lässt sich ablesen, dass die Burschenschaft immer mehr zu einem festen Bestandteil im Landsberieder Vereinsleben wurde. Dies wird zum einen auch durch die steigende Anzahl der Mitglieder und Einladungen zu Veranstaltungen anderer Vereine deutlich. Dabei wurde immer mehr der Wunsch nach einer eigenen Fahne und Vereinstracht in der Burschenschaft laut um den Verein bei solchen Veranstaltungen angemessen repräsentieren zu können.

Im Herbst 1996 hat man sich entschlossen zum 90 jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1997 eine Standarte sowie eine einheitliche Vereinstracht anzuschaffen. Die Patenschaft zu diesem Jubiläum mit Standartenweihe wurde von unseren Freunden des katholischen Burschenvereins Aich übernommen. Wenig später wurden wir selbst ausgewählt um als Patenverein zu fungieren. Im Jahr 1998 feierten die Burschen aus Moorenweis ihr Gründungsfest. Die Patenschaft wurde nach einem für beide Seiten anstrengenden Patenbitten der Moorenweiser angenommen. Das 100 jährige Jubiläum der Moorenweiser Burschen am 24.05.1998 wurde von uns souverän gemeistert. Im Herbst 1996 hat man sich entschlossen zum 90 jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1997 eine Standarte sowie eine einheitliche Vereinstracht anzuschaffen.In den folgenden Jahren konnten durch die Einnahmen aus dem immer beliebter werdenden Dorffest sogar mehrere Wochenendausflüge nach Italien unternommen werden. In den vergangenen Jahren wurde zudem versucht alljährlich an einer Fahnenweihe teilzunehmen um gleichzeitig die Freundschaft mit anderen Burschenvereinen zu pflegen und Erfahrungen für das eigenen 100 jährige Gründungsfest zu sammeln. So nahm man 1998 am Fest in Adelshofen, 2001 in Alling, 2005 in Raisting, sowie im Vereinsjahr 2006 in Unterfinning und Aubing teil. Weitere wichtige Ereignisse im vergangenen Jahrzehnt unseres Vereinslebens war die Erweiterung der Vorstandschaft um zwei Beisitzer, um frühzeitig junge Vereinsmitglieder in die Vorstandsarbeit einzuarbeiten, da die Anforderungen für das Ausrichten des Dorffestes fast jährlich zunahmen und die Ausmaße eines kleines Unternehmens annahmen. So wird bis heute gewährleistet, dass unser Vereinsleben auf äußerst soliden Beinen steht.

Im Jahr 2001 wurde nach längeren Diskussionen in der Jahreshauptversammlung der Beschluss gefasst, das nun der Verein nicht nur aus aktiven Mitgliedern besteht sondern auch aus passiven Mitglieder. Dadurch verdoppelte sich unser Mitgliederstand fast und für unsere zahlreichen Aktivitäten konnten wir weitere tatkräftige Helfer finden. An dieser Stelle müssen auch unbedingt die vielen Landsberieder Mädels erwähnt werden, die uns in all den Jahren immer wieder bei vielen Veranstaltungen hilfreich zur Seite standen, obwohl sie keine Vereinsmitglieder werden können. Dass wir heute auf 100 Jahre Burschenschaft Landsberied zurückblicken können verdanken wir allein der Pionierarbeit, die von unseren Vorgängern geleistet wurde.Der bis heute letzte Meilenstein unserer Vereinsgeschichte beginnt im Jahr 2005 als damals im Herbst ein Festausschuss ins Leben gerufen wurde, um die Planungen für unser 100 jähriges Gründungsfest aufzunehmen. Die dazu gehörenden vielfältigen Entscheidungen des gesamten Vereins, wie etwa die Anschaffung der neuen Vereinstracht, die Planung der Ereignisse am 100 jährigen Gründungsfest und der Organisation des Festabends am 10. März 2007 können heute von jedermann ins Auge gefasst werden. Zudem hatten wir die ehrenvolle Aufgabe unsere Freunde vom Katholischen Burschenverein Aich zu deren 100 jährigen Gründungsfest im Juni 2007 als Patenverein zu begleiten, was wir mit Freude taten. Dass wir heute auf 100 Jahre Burschenschaft Landsberied zurückblicken können verdanken wir allein der Pionierarbeit, die von unseren Vorgängern geleistet wurde. Sie hielten den Brauchtum und die Geselligkeit in manch schwieriger Zeit aufrecht und hinterließen uns ein Erbe dass wir mit Stolz getreu dem Grundsatz „Den Brauchtum der Alten wollen wir Jungen erhalten“ weiterführen wollen.